DT350: Du definierst deinen Job selbst

Wieder mehr Erfolg und Spaß bei der Arbeit

Die Situation

Viele Menschen sehen sich einer unglücklichen Situation gegenüber und befinden sich in Jobs, die nicht so sind, wie sie es sich vorgestellt haben. Es ist ganz normal, dass man im Job auch mal Durchhänger hat und man nicht jeden Tag zu 100% Spaß bei der Arbeit hat. Wenn du aber zu viele Aufgaben hast, die nicht passen, bist du wahrscheinlich enttäuscht und wütend und hast das Gefühl, dass es nicht der Job ist, auf den du dich beworben hast. Bevor du dich jedoch beschweren gehen willst oder gar den Job hinschmeißen möchtest, atme kurz durch und überlege, ob du nicht deinen Job selbst definieren kannst.

Wenn wir von „Arbeiten in Gelb“ sprechen, dann meinen wir damit Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und damit auch mehr Erfolg und Spaß bei der Arbeit.

Drei Reaktions-Möglichkeiten, wenn der Job keinen Spaß mehr macht

  1. Du kannst dich beschweren. Dann aber liegt Lösung ist im Außen, du gibst dabei die Kontrolle ab.
  2. Du kannst kündigen. Dann ist die Lösung selbstbestimmt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du im nächsten Job dasselbe Problem haben wirst, ist sehr groß.
  3. Oder du definierst deine Arbeit selbst. Dann agierst du selbstbestimmt und das funktioniert (fast) immer.

Überlege, was schief läuft

  • Es ist unwahrscheinlich, dass du bei der Jobbeschreibung getäuscht worden bist. Viel öfters ist das Problem, dass es unterschiedliche Wahrnehmungen, Missverständnisse oder schlechte Kommunikation gibt, die dazu führen, dass deine Aufgaben nicht mit deiner Stellenbeschreibung übereinstimmt.
  • Begib dich mal in die Rolle der Personalabteilung oder der Führungkräfte, die die Stelle ausgeschrieben haben: Hat jemand von diesen Personen schon einmal genau in dieser Stelle gearbeitet? Vermutlich nicht. Deswegen ist fast jede Stellenbeschreibung keine „Selbstbeschreibung“, sondern eine „Fremdbeschreibung“ – mit den entsprechenden „Fehlern“.
  • Es hängt auch viel von der Unternehmenskultur selbst ab, wie Jobs definiert werden. Arbeiten in Gelb bedeutet für uns viel Mitbestimmung durch das Team. Die Jobs werden also durch die Menschen definiert, die diesen Job machen, nicht durch die Personal-Abteilung oder den/die Chef/in.
  • Wenn du dich in den Anfängen eines neuen Jobs befindest und denkst, dass es nicht das ist, was du machen willst, dann gib dir selbst noch ein wenig Zeit. Es dauert im Durchschnitt ca. 90 Tage, bis wir uns in eine neue Umgebung eingefühlt haben.
  • Anstatt diese 90 Tage einfach abzuwarten, kannst du sie auch bewusst nutzen (das geht übrigens auch dann, wenn du deinen Job schon länger hast, wird aber schwieriger)

So definierst du deinen Job

  • Rede mit deinem Team und definiere mit ihnen die Aufgaben neu. Schau dir dazu an, was die anderen von dir in deiner Rolle erwarten. Sprich mit anderen Personen und überlege, wo die Probleme für dich auftreten, was sich nicht gut anfühlt etc.
  • Wenn es andere Personen gibt, die einen ähnlichen Job wie du haben, dann sprich auch mit ihnen und frag, wie sie sich entwickelt haben und ob es das ist, was sie sich vorgestellt haben, als sie begonnen haben.
  • Mach es einfach: Denke daran, dass du am produktivsten bist, wenn du glücklich bist und Spaß bei der Arbeit hast. Es wäre unverantwortlich, wenn du weiter „Dienst nach Vorschrift“ machst und dabei dein Potential nicht ausleben kannst.
  • Übernimm stattdessen die Verantwortung für dein Handeln und mach auch mal Dinge, bei denen du der Überzeugung bist, dass sie jetzt für die Organisation wichtig sind, auch wenn sie nicht in der deiner „Jobbeschreibung“ stehen. Vergiss nicht, dass dieses meistens von „Outsidern“ geschrieben wurde!

Was spricht gegen Selbstverantwortung?

Arbeiten in Gelb bedeutet für uns Selbstverantwortung, aber das Konzept der Selbstverantwortung ist gar nicht so einfach zu leben:

  • Führungskräfte sind gefordert loszulassen: Es ist einfach als Führungskraft zu sagen „ihr sollte mehr selbstverantwortlich arbeiten“, aber es ist schwierig zuzulassen, dass die Mitarbeiter dann tatsächlich selbst entscheiden.
  • Für die MitarbeiterInnen bedeutet Selbstverantwortung auch mehr Risiko, es gibt dann nicht die Ausrede: „Aber die Chefin/der Chef hat das aber gesagt“.

Den Job selbst zu definieren, gibt dir die Kontrolle zurück. Es sorgt dafür, dass du deinen Job und dein Umfeld aktiv mitgestaltest – so findet sich ein neues Optimum wie Arbeit funktioniert. Und das ist langfristig für alle gut – und führt zu mehr Erfolg und Spaß bei der Arbeit.

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