DT405: Lean Startup & Design Thinking

Was ist der Unterschied?

Wir werden oft gefragt, was der Unterschied zwischen Design Thinking Lean Startup und Agile ist. Wenn wir in Unternehmen von Design Thinking sprechen kommen oft solche Fragen und Kommentare „Ist Lean Startup ist das gleiche wie Design Thinking?“ oder „Ah, ihr meint agil! Das ist doch das bessere Wort dafür.“ In den nächsten zwei Episoden wollen wir die Unterschiede erklären und zeigen, wo sich die Methoden sinnvoll ergänzen.

Was ist Design Thinking

Design Thinking ist ein iterativer Prozess, in dem die Bedürfnisse des Nutzers in den Mittelpunkt sind, bestehende Annahmen bewusst in Frage gestellt und Probleme neu definiert werden, um Strategien und Lösungen zu entwickeln.

Eine Zusammenfassung über den Begriff und die verschiedenen Phasen im Design Thinking findet Ihr auf dieser Seite.

Lean Startup

Der Grundgedanke ist, dass Startups deswegen scheitern, weil sie Produkte herstellen, die keiner will. Mit der Lean-Startup-Methode sollen die Produktentwicklungszyklen verkürzt werden und schnell herauszufherausgefunden werden, ob ein hypothetisch funktionierendes Geschäftsmodell realisierbar ist. Durch verschiedene Experimente wird iterativ getestet und verschiedene Geschäftshypothesen ausprobiert.

Deep Dive Lean Startup

Die Lean-Startup-Methode wurde in den 90er Jahren im Silicon Valley von Eric Ries entwickelt, um schnell erwünschte Produkte zu entwickeln (sogenannte Minimum Viable Products) und um ein neues Unternehmen möglichst schnell aufzubauen. Die Methode basiert auf den beiden Grundgedanken vom Lean-Prozess von Toyota und von Customer Development von Steve Blank.

Die Customer Development Methode von Steve Blank ist eine formale Methode, mit deren Hilfe Startups gebaut werden sollen. Es gibt vier verschiedene Stufen dabei. Zuerst wird aus dem bisherigen Geschäftsmodell eine Hypothese entwickelt, die an wenig Nutzern getestet wird (Customer Discovery). Dann wird getestet, ob das System auch mit vielen Nutzern funktioniert. Wenn das der Fall ist, kann es zu einem größeren, profitablen Unternehmen entwickelt werden (Customer Validation). In der dritten Phase wird eine breite Nutzerbasis aufgebaut und bereits viel Geld fürs Marketing und den Aufbau des Unternehmens eingesetzt (Customer Creation). Ist das Suchen abgeschlossen, geht es um den Aufbau von Organisationsstrukturen. Das Startup ist nun kein Startup mehr, sondern ein richtiges Unternehmen.

Das Lean-Startup-Prinzip hat sich diesen Grundgedanken hergenommen, und setzt auf den Kreislauf Hypothese -> Bauen -> Produkt (Prototyp) -> Messen -> Daten -> Lernen.

Während Design Thinking beispielsweise bewusst auf das Messen mittels Daten und Zahlen verzichtet, ist das beim Lean Startup eine wichtige Quelle, um zu lernen. Der Vorgang nennt sich Pivoting.

Pivot: notwendige Anpassung der Strategieausrichtung eines Startups gemeint, wobei die Unternehmensvision nicht in Frage gestellt wird.

Wann und wie kombinieren?

Design Thinking und Lean Startup schließen aus unserer Erfahrung einander als Methode nicht aus, sondern sie ergänzen sich ganz wunderbar. Um überhaupt die Bedürfnisse der Zielgruppe zu ermitteln, setzen wir Design Thinking ein. Dadurch erfahren wir nicht nur die tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse, sondern wir können uns bereits erste Lösungen überlegen. Diese Lösungen werden dann nach dem Lean-Startup-Prinzip in konkrete Geschäftsmodelle entwickelt.

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