Wie Kinder Probleme lösen: Ein Erfahrungsbericht aus einem Design-Thinking-Workshop mit Kindern
Manchmal sind die besten Lehrer keine Professoren oder Coaches, sondern Kinder. Wir haben in unserem Design Thinking Space einen Workshop gemacht mit Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren. Die Frage lautete: Wie können wir Pausen spannender machen?
Neben den Ideen zu dieser Fragestellung haben wir aber weit mehr gelernt. Es war ein Crashkurs in kindlicher Neugier, Flow und psychologischer Freiheit.
Aus dem Inhalt
Kinder als Lehrer
Manchmal sind die besten Lehrmeister keine Erwachsenen, sondern Kinder. In dieser Episode erzählen wir von einem ganz besonderen Design-Thinking-Workshop, den wir mit Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren im Design Thinking Space in Wien durchgeführt haben. Die Frage lautete: Wie können wir Pausen spannender machen? — doch am Ende haben wir vor allem etwas über Neugier, Flow und Freiheit gelernt. Warum dieser Workshop für uns selbst ein Crashkurs in kindlichem Denken war, hörst du gleich am Anfang.
Neues Lernen durch Kinder
Mit Kindern Design Thinking zu machen, funktioniert ganz anders als mit Erwachsenen. Wir sprechen darüber, warum klassische Interviews bei Kindern scheitern, was Piaget mit konkretem Denken zu tun hat und wie man durch Bilder, Geschichten und Spiel den Zugang zu echten Bedürfnissen findet. Was passiert, wenn Kinder nicht über ihre Pausen reden, sondern sie zeichnen oder nachspielen? Genau das wollten wir herausfinden.
Erfahrungen aus Interviews
Nach dem Workshop haben wir mit den Kindern gesprochen – und erstaunliche Dinge gehört. Von vier Meter tiefen Bällebädern bis zu ganz einfachen Wünschen wie „kein Streit in der Pause“. Kinder drücken Bedürfnisse anders aus – direkter, ehrlicher, manchmal poetischer. Wir erzählen, was uns ihre Antworten über soziale Sicherheit, Harmonie und Kreativität verraten haben – und was wir Erwachsenen daraus lernen können.
Pausen als Ressource
Ein Kind sagte sinngemäß: Erwachsene können keine Pausen machen, weil sie in der Pause weiterarbeiten. Und genau da steckt eine tiefe Wahrheit drin. Wir sprechen über „Psychological Detachment“ – das mentale Loslassen, das wir wieder lernen müssen – und darüber, warum Kinder intuitiv wissen, dass Spielen und Abschalten Teil des Denkens sind. Warum ist es so schwer, Pausen nicht als Luxus, sondern als kreative Ressource zu sehen?
Kreativität und Selbstwirksamkeit
Wenn Kinder mit Lego und Play-Doh Prototypen bauen, spürt man, was Selbstwirksamkeit bedeutet. Wir erzählen, wie aus kleinen Ideen kreative Konstruktionen wurden – und wie Bewegung, Farbe und Material das Denken anregen. Ein Junge wollte „mehr beschreibbare Wände“ zu Hause. Warum das mehr mit Kreativität zu tun hat, als es auf den ersten Blick scheint, und was das über den Einfluss von Räumen auf unser Denken sagt, erfährst du in diesem Kapitel.
Ideen aus der Kindheit
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Kinder denken im Konkreten, Erwachsene im Abstrakten – und Design Thinking bringt beides zusammen. Wir sprechen darüber, warum Kinder keine Erlaubnis zum Spielen brauchen, Erwachsene aber schon. Und was passieren kann, wenn wir diese Erlaubnis wieder zulassen. Vielleicht steckt in uns allen noch ein Kind, das nur darauf wartet, wieder neugierig zu sein.
Weiterführende Inhalte
- Theorie der kognitiven Entwicklung nach Piaget auf Wikipedia
- Embodied Cognition auf Wikipedia
- Spieltheorie nach Stuart Brown und sein Buch Play auf Amazon (Affiliate Link)
- Cognitive Load Theory auf Wikipedia
Links auf diese Episode
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