Wie du deine Skills, die du als Design Thinker brauchst, im Sommer verbessern kannst
Unserer Welt ist stetigem Wandel unterworfen. Deswegen benötigen wir vielfältige Fähigkeiten, um erfolgreich zu sein. In diesem Sommer-Special stellen wir dir die 4 wichtigsten Skills für Design Thinker vor und geben dir Tipps an die Hand, damit du diese gleich im Sommerurlaub üben kannst. In dieser Episode geht es um Systemisches Denken.
Systemisches Denken
Der Prozess führt uns durch das System der Zielpersonen. Jeder Mensch bewegt sich in Systemen, die einander überschneiden können und die wiederum aus verschiedenen Teilen bestehen: die Welt, in der diese Personen leben, arbeiten, sich bewegen. Die Perspektive anderer Beteiligter, aber auch die Unternehmensstrategie und die Vision sind wichtige Bausteine, wenn wir Probleme innerhalb von Unternehmen lösen wollen. Je mehr Sie zu diesen Verbindungen wissen, desto besser werden Sie sich auf der Landkarte des Unternehmens zurechtfinden und desto schneller die verschiedenen Verbindungen und Abhängigkeiten erkennen. Diese Sichtweise fokussiert nicht den einzelnen Problemträger, sondern ein ganzes System wird in den Blick genommen. Der Einzelne wird nur insofern als einzelnes Individuum betrachtet, wie er als Element auf das System wirkt und dessen Wirkungsfeld ausgesetzt ist. In der systemischen Sicht ist das Individuum somit »nur« Symptomträger und zeigt die Problematik auf. Diese ist allerdings nicht dessen ureigene und sollte auch nicht isoliert betrachtet werden. Vielmehr entsteht aus systemischer Denkweise zwar eine Störung beim Problemträger, die Ursache ist aber im Gesamtsystem zu finden.“
Gerstbach, Ingrid (2017): Design Thinking im Unternehmen, GABAL
Methoden, um deine Fähigkeiten systemisch zu denken zu stärken
Systemisches Denken ist also die Fähigkeit, Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Muster in komplexen Systemen zu erkennen und zu verstehen. Wenn dir das gelingt, kannst du bessere Entscheidungen treffen, Probleme effektiver angehen und vor allem effizienter mit komplexen Situationen umgehen.
Hier sind einige Tipps, wie du systemisches Denken im Alltag trainieren kannst:
- Ursache-Wirkung-Beziehungen erkennen: Versuche, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ereignissen und Situationen zu erkennen. Frage dich, wie eine Aktion oder Entscheidung sich auf andere Teile des Systems auswirken könnte. Wenn du zum Beispiel Kopfweh hast, nachdem du längere Zeit vor dem Computer gearbeitet hast, kannst du überlegen, ob es eine Verbindung zwischen deiner Bildschirmzeit und deinen Kopfschmerzen gibt. Mache dazu bewusst Pause, trink Wasser und atme durch.
- Vernetztes Denken: Betrachte Probleme oder Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln und versuche, die verschiedenen Elemente des Systems miteinander zu verknüpfen. Denke über die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Komponenten nach. Wenn du zum Beispiel eine Reise planst und verschiedene Faktoren berücksichtigen musst, wie Flugzeiten, Hotelreservierungen, Transport vor Ort und sightseeing, könntest du darüber nachdenken, wie diese Faktoren miteinander interagieren und sich auf deine Reiseerfahrung auswirken könnten.
- Mind Maps erstellen: Visualisiere komplexe Zusammenhänge durch Mind Maps, um das Gesamtbild zu erfassen und Zusammenhänge besser zu verstehen. Beispiel: Wenn du einen Urlaub planst, könntest du ein Bild erstellen, das die verschiedenen Aspekte deiner Reise zeigt: Reiseroute, Unterkunft, Aktivitäten, Budget usw.
- Mustererkennung: Achte auf wiederkehrende Muster, um Trends oder Veränderungen im System frühzeitig zu erkennen. Wenn du z.B. bemerkst, dass sich der Verkehr jeden Morgen zur gleichen Zeit stark staut, wäre eine Lösung, früher loszufahren, um dem Stau zu entgehen.
- Kontextualisierung: Setze Ereignisse und Informationen in den größeren Kontext. Frage dich, wie sie in das Gesamtbild passen und welche Auswirkungen sie auf das gesamte System haben könnten. Du liest z.B. Nachrichten über steigende Preise für Lebensmittel und überlegst, wie diese Preiserhöhungen die Haushaltsbudgets vieler Menschen beeinflussen könnten und wie sie sich auf die Wirtschaft auswirken könnten.
- Feedback-Schleifen verstehen: Achte auf Feedback-Mechanismen im System. Überlege, wie Rückkopplungen Veränderungen in einem System beeinflussen können. Du merkst z.B., dass je mehr Zeit du in dein Fitnessprogramm investierst, desto besser fühlt sich dein Körper. Dieses positive Feedback motiviert dich dazu, weiterhin aktiv zu bleiben.
- Analogien nutzen: Nutze Analogien aus anderen Bereichen, um komplexe Konzepte zu erklären oder zu verstehen. Bsp.: Wenn du einem Freund systemisches Denken erklären möchtest, könntest du ein Beispiel aus der Natur verwenden. Du könntest auf Ökosysteme hinweisen und erklären, wie Veränderungen in einem Teil des Ökosystems Auswirkungen auf andere Teile haben können.
- Sich Zeit nehmen: Nimm dir bewusst Zeit, um über die komplexen Zusammenhänge nachzudenken, anstatt sofort Lösungen zu suchen. Beispiel: Anstatt impulsiv auf eine schwierige Entscheidung zu reagieren, nimm dir Zeit, um alle Faktoren zu durchdenken, indem du z.B. mit verschiedenen Personen sprichst, Informationen sammelst und die langfristigen Auswirkungen bedenkst. Du kannst auch einen Schritt weiter gehen und „ausprobieren“ wie sich kleine Entscheidungen auswirken.
- Interdisziplinäre Herangehensweise: Betrachte Probleme aus verschiedenen Disziplinen oder Perspektiven. Gerade im DT brauchen wir die verschiedenen Fachgebieten, um ein umfassenderes Bild zu erhalten. Beispiel: Bei der Lösung eines Umweltproblems könntest du Wissen aus Ökologie, Politik, Wirtschaft und Technologie kombinieren, um eine gute Lösung zu entwickeln.
Üben, üben, üben: Systemisches Denken erfordert Übung und Geduld. Je häufiger du dich damit auseinandersetzt, desto besser wirst du darin.
Denke daran, dass systemisches Denken eine kontinuierliche Entwicklung ist, die Zeit braucht, um sich im Alltag zu festigen. Je mehr du dich darauf einlässt und bewusst versuchst, diese Prinzipien anzuwenden, desto leichter wird es dir dann fallen.
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