DT401: Laterales Denken

Bist du ein Querdenker?

Unsere Gesellschaft betont hauptsächlich die Entwicklung logischem, analytischem Denken. Aber gerade im Design Thinking brauchen wir einen weiteren Weg, um großartige Ideen zu entwickeln: Laterales Denken – oder auch Querdenken genannt.

Was bedeutet Querdenken?

Querdenken ist ein Weg, um Probleme neu zu lösen. Indem wir bewusst offensichtliche Ansätze ignorieren, kommen wir zu kreativen und unerwarteten Ideen. Edward de Bono, der das Konzept des lateralen Denkens entwickelt hat, beschreibt vier Techniken des lateralen Denkens: Bewusstsein, zufällige Stimulation, Alternativen und Veränderung. (de Bono: The Use of Lateral Thinking, 1967)

Traditionelles Denken ist vertikal und geht Schritt für Schritt zu einer logischen Schlussfolgerung, die auf den verfügbaren Daten basiert. Das laterale Denken ist jedoch „seitliches Denken“ (der Begriff lateral bedeutet seitlich) und legt den Schwerpunkt auf die Generierung vieler Ideen. Die Details, wie diese Ideen umgesetzt werden könnten, stehen bei diesem Denken nicht im Mittelpunkt.

Wie wir im Design Thinking zu Lösungen und Innovationen finden

Im Design Thinking verwenden wir das Konzept von Joy Paul Guilford, das dem von de Bono sehr ähnelt. Während de Bono von lateralem und vertikalem Denken spricht, verwendet Guilford die Begriffe divergentes und konvergentes Denken.

Bei Innovation setzen wir auf die Verbindung von vertikalem mit lateralem Denken. Ohne lateralem Denken wäre vertikales Denken zu wenig kreativ, ohne vertikalem Denken würde laterales Denken viele mögliche Lösungen hervorbringen, aber keine Ideen, wie sich all das auch umsetzen lässt.

Beim lateralen Denken nimmt unser Gehirn seine Umgebung auf eine bestimmte Weise wahr und sucht nach Mustern. Danach werden diese Muster so verwendet, dass man zu Schlussfolgerung gelangt. Um neue Muster in unserer Umgebung genauer wahrzunehmen, müssen wir unsere Fähigkeiten zum Querdenken entwickeln.

Kritik an De Bonos Konzept

Es gibt aber auch Kritik an de Bonos Ansätze. Diese sind zwar in der Praxis erfolgreich, aber eigentlich nicht wissenschaftlich belegt.

Fun Facts

  • Das erste Mal kommt der Begriff des Querdenkens 1915 vor. In den „Riesenphantasie“ von Münchhausen wird Querdenken als positiv besetzter Begriff eingesetzt.
  • Die „Querdenker 711“ bezeichnen sich selbst als „Initiative“, die parteilos ist. Der Zusatz „711“ soll auf die Telefon-Vorwahl von Stuttgart (0711) verweisen, da dort die Initiative gestartet wurde.

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