DT729: Hedy Lamarr

Filmstar und brillante Denkerin

Stell dir vor: Eine der schönsten Frauen Hollywoods. Glamourös, geheimnisvoll, berühmt für ihre Rollen und gleichzeitig eine Erfinderin, die an einem der wichtigsten technischen Konzepte des 20. Jahrhunderts mitarbeitet. Hedy Lamarr war nicht nur ein Filmstar, sondern auch eine brillante Denkerin. Während andere sie für ihre Schönheit bewunderten, dachte sie über Frequenzen, Funksignale und Torpedos nach. Aber die Welt wollte diese Geschichte nicht hören. Denn Hedy war eine Frau und eine Schauspielerin. Zwei Rollen, die im damaligen Denken schwer mit „Genie“ vereinbar waren. In dieser Episode zeigen wir die die verschiedenen Facetten von Hedy Lamarr und fragen uns: Was können wir von ihr lernen über Innovation, Intuition und darüber, warum gute Ideen oft Jahrzehnte brauchen, bis sie gehört werden?

Aus dem Inhalt

Hedy Lamarr: Schönheit, Intelligenz und ein Funk, der die Welt veränderte

Stell dir vor: Eine der glamourösesten Frauen Hollywoods, die gleichzeitig eine der wichtigsten technischen Ideen des 20. Jahrhunderts mitentwickelt. In dieser Episode sprechen wir über Hedy Lamarr – Schauspielerin, Erfinderin und unterschätztes Genie. Warum dauerte es Jahrzehnte, bis die Welt ihr Talent wirklich erkannte?

Von Wien nach Hollywood – eine ungewöhnliche Reise

Hedy Lamarr, geboren als Hedwig Kiesler in Wien, war schon als Kind neugierig und technisch interessiert. Während andere Mädchen Puppen bekamen, durfte sie Spielzeug zerlegen, um zu verstehen, wie es funktioniert. Wir sprechen darüber, warum genau dieses „Zerlegen“ so viel mit Design Thinking zu tun hat – und wie daraus eine Denkerin wurde, die ihrer Zeit weit voraus war.

Skandal, Kontrolle und die Flucht in die Freiheit

Mit 16 verlässt Hedy die Schule, landet in einem Film, der einen internationalen Skandal auslöst, und heiratet später einen mächtigen Waffenfabrikanten. Doch was sie dort lernt, prägt sie als Erfinderin. Wir erzählen, wie sie zwischen Kontrolle und Kreativität ihren eigenen Weg findet – und schließlich nach Hollywood flieht, wo aus Hedwig Kiesler Hedy Lamarr wird.

Glamour trifft Erfindergeist

Während die Welt sie als „schönste Frau der Welt“ feiert, tüftelt Hedy in ihrer Freizeit an technischen Ideen – vom stromlinienförmigen Flugzeugflügel bis hin zu einem intelligenten Ampelsystem. Warum denken wir so selten an Erfinderinnen, wenn es um technische Innovation geht? Und was hat Biomimikry mit Hollywood zu tun?

Eine Erfindung, die ihrer Zeit zu weit voraus war

Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelt Hedy ein System, das Funkfrequenzen ständig wechseln lässt – um Torpedos vor feindlicher Störung zu schützen. Die US-Marine lehnt ab, weil die Idee „zu kompliziert“ ist. Heute steckt genau dieses Prinzip in WLAN, Bluetooth und GPS. Wie konnte so etwas Bahnbrechendes fast verloren gehen?

Zwischen Ruhm, Missverständnissen und späte Anerkennung

Anstatt als Erfinderin gefeiert zu werden, wird Hedy auf ihre Schönheit reduziert – und als „Spionin“ diffamiert. Wir sprechen darüber, was das über die Gesellschaft verrät, in der sie lebte, und warum Innovation oft nicht an Ideen, sondern an Vorurteilen scheitert. Erst Jahrzehnte später bekommt Hedy Lamarr den verdienten Applaus – zu spät, aber nicht zu leise.

Was wir von Hedy Lamarr lernen können

Für uns ist Hedy Lamarr mehr als eine historische Figur. Sie zeigt, dass Innovation Mut braucht – und Menschen, die hinter den Ideen stehen. Wir fragen uns: Wie viele Hedy Lamarrs übersehen wir heute noch? Und was können wir tun, damit gute Ideen gehört werden, auch wenn sie aus unerwarteter Richtung kommen?

Der Club der Wäschekluppen wächst

Zum Schluss verraten wir, warum Hedy Lamarr jetzt einen Platz in unserem „Club der Wäschekluppen“ bekommen hat – unserer kleinen Galerie der Erfinderinnen und Erfinder im Design Thinking Space. Denn sie erinnert uns daran, dass Innovation oft im Schatten von Klischees beginnt – und dass Mut manchmal die schönste Form von Intelligenz ist.

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DT728: Der Semmelweis-Reflex

Design Thinking Podcast: DT728: Der Semmelweis-Reflex Portrait von Ignaz Semmelweis (KI-Adaptierung von Peter Gerstbach, auf Basis einer Fotografie von József Borsos / Albert Doctor, 1860)

Warum wir Neues sofort ablehnen

Wir halten uns für offen, sind es aber in den meisten Fällen nicht. Wenn jemand eine neue Idee einbringt, sagen wir oft: „Das klingt ja spannend, aber…“ Und genau da beginnt das Problem. In diesem „aber“ steckt mehr Psychologie, als uns lieb ist. Denn unser Gehirn liebt Sicherheit. Es schützt uns vor Unsicherheit und damit leider auch vor Innovation. Heute sprechen wir darüber, warum wir Neues so oft ablehnen und wie Teams im Design Thinking lernen können, ihre eigenen Abwehrmechanismen zu erkennen.

Aus dem Inhalt

Warum wir Neues oft ablehnen

Wir glauben gern, dass wir offen für Neues sind – doch meist stimmt das nicht. Schon ein harmloses „aber“ nach einem Lob kann zeigen, wie sehr unser Gehirn an Sicherheit hängt. Im Gespräch fragen wir uns, warum Veränderung so oft Unbehagen auslöst und was das mit unserem Selbstbild zu tun hat. Müssen wir uns vielleicht zuerst selbst besser verstehen, bevor wir Innovation wirklich zulassen können?

Der Semmelweis-Reflex – eine Lehre aus der Geschichte

Ignaz Semmelweis entdeckte, dass Händewaschen Leben rettet – und wurde dafür abgelehnt. Warum stößt selbst bewiesene Wahrheit manchmal auf Widerstand? Wir tauchen in die Denkweisen des 19. Jahrhunderts ein, sprechen über verletzte Egos, alte Weltbilder und psychologische Reaktanz. Und wir fragen uns: Wie oft passiert uns genau das Gleiche heute in Organisationen?

Vom Status-quo-Bias zur Veränderung

Ob in Unternehmen oder im Alltag – wir verteidigen lieber den Status quo, selbst wenn es bessere Lösungen gäbe. Warum? Weil Verlust sich doppelt so stark anfühlt wie Gewinn. Wir erzählen, wie sich dieser Reflex in Meetings, Prozessen und Entscheidungen zeigt – und wie Design Thinking hilft, ihn zu überwinden.

Design Thinking als Gegenmittel

Design Thinking zwingt uns, unsere Komfortzone zu verlassen: Ideen nicht zu verteidigen, sondern zu verstehen. Statt „Das geht nicht!“ sagen wir „Was wäre, wenn es doch funktioniert?“. Wir sprechen darüber, wie Neugier trainiert werden kann, warum Fehler Teil des Prozesses sind und warum keine Workshop-Blaupause funktioniert, wenn man Menschen wirklich in ihrer Haltung erreichen will.

Neugier als Haltung

Neugier ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Wir erzählen, wie Teams lernen können, sich gegenseitig mit dieser Haltung „anzustecken“ – und warum Austausch mit anderen oft der beste Weg ist, alte Denkmuster aufzubrechen. Denn wer erkennt, dass alle mit Wasser kochen, öffnet sich leichter für Neues.

Der Semmelweis-Reflex heute

Was können wir von Semmelweis lernen? Dass Veränderung immer zuerst bedrohlich wirkt – und dass Innovation nur dann gelingt, wenn wir lernen, mit dieser Angst umzugehen. Wir reden darüber, wie sich das in Unternehmen trainieren lässt, warum Tempo und Komplexität zunehmen – und weshalb es sich trotzdem lohnt, offen zu bleiben.

Reflexionsfrage zum Schluss

Wann hast du zuletzt eine Idee abgelehnt – und später gemerkt, dass sie vielleicht gar nicht so schlecht war?

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Echte Empathie beginnt beim Zuhören

Viele verwechseln Zuhören mit Abwarten bis sie selber sprechen können. Doch Empathie entsteht nicht beim schnellen Antworten, sondern in dem Moment, in dem wir unsere eigenen Gedanken zurückstellen und wirklich präsent sind.

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DT725: Fragen, die Türen öffnen

Wie wir mit den richtigen Fragen Perspektiven verschieben, Blockaden lösen und echte Innovation anstoßen

Fragen sind mächtiger als Antworten. Sie öffnen Türen, die wir alleine nie gefunden hätten. Aber warum tun wir uns so schwer, die richtigen Fragen zu stellen? Und was hat das mit unserer Rolle als Führungskraft, Berater:in oder Innovator:in zu tun?

Aus dem Inhalt

Die Kraft einer einzigen Frage

Wir starten mit der Beobachtung: Manchmal reicht eine einfache Frage – „Wozu brauchen wir das eigentlich?“ – und schon verändert sich die gesamte Diskussion. Aber warum fällt es uns so schwer, solche Fragen zu stellen, und was macht sie im Business so mächtig?

Was im Gehirn passiert

Fragen wirken wie offene Schleifen: Sobald wir sie hören, wollen wir sie schließen. Wir sprechen über den berühmten Zeigarnik-Effekt, erzählen Anekdoten aus Wien und fragen uns, warum bestimmte Dinge besser im Gedächtnis bleiben, solange sie „offen“ sind. Aber ist dieser Effekt wirklich so eindeutig?

Gute Fragen – schlechte Fragen

Nicht jede Frage ist hilfreich. Wir entlarven rhetorische und suggestive Fragen, die oft mehr verschleiern als öffnen. Und wir zeigen, warum oberflächliche Fragen blockieren können, während naive Fragen manchmal den entscheidenden Durchbruch bringen.

Von Kontrolle zu Entwicklung

Wir diskutieren, wie Führung durch Fragen Vertrauen aufbaut – oder zerstört. Was passiert, wenn im Jour fixe nicht „Wo stehen wir?“ gefragt wird, sondern „Was habt ihr gelernt?“? Plötzlich geht es nicht mehr um Kontrolle, sondern um Wachstum.

Perspektivwechsel durch Fragen

Ob im Coaching, im Kundengespräch oder in der Innovation – gute Fragen verschieben den Fokus. Was passiert, wenn wir Harry Potter zur Problemlösung einladen oder den Kunden symbolisch an den Tisch setzen? Unerwartete Perspektiven eröffnen neue Räume.

Geschichten aus dem Alltag

Wir teilen kleine Episoden, die zeigen, wie Fragen Beziehungen verändern können – sogar im Restaurant, wenn der Kellner plötzlich offener und freundlicher reagiert. Fragen haben die Macht, Verbindung zu schaffen und Menschen wirklich ins Gespräch zu bringen.

Fragen trainieren

Zum Abschluss sprechen wir darüber, wie man die Kunst des Fragens üben kann. Denn gute Fragen kommen nicht nur aus dem Bauch, sie lassen sich gezielt trainieren – ob in Workshops, im Alltag oder im Business. Wer Lust hat, noch tiefer einzutauchen, erfährt, wo es unser Whitepaper und das nächste Training gibt.

Weiterführende Inhalte:

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Workshops, die wirken – Warum echte Veränderung mit Haltung beginnt

Workshops verändern nichts, wenn sie nur auf Methoden setzen. Der eigentliche Hebel liegt tiefer: in der Haltung, mit der Menschen einander begegnen. Ob Empathie, Mut oder echtes Zuhören: Erst wenn diese Haltungen spürbar werden, entfalten Methoden ihre Wirkung. Der Unterschied zwischen Technik und Kulturarbeit entscheidet darüber, ob ein Workshop nachhallt oder verpufft.

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DT724: Guglielmo Marconi, der Vater der drahtlosen Kommunikation

Ein Portrait von Guglielmo Marconi, neben ihm einer seiner ersten Funksender

Von unsichtbaren Wellen, Titanic-Signalen und der Frage, wer wirklich das Radio erfand

„Ruf den Marconi!“ – so hieß es Anfang des 20. Jahrhunderts auf Schiffen, wenn der Funker gebraucht wurde. Der Name des Erfinders, Guglielmo Marconi, war längst zum Synonym für das ganze neue Medium geworden. Doch hinter Marconi steckt weit mehr als die Geschichte vom „Vater der drahtlosen Kommunikation“. In dieser Episode tauchen wir ein in die kuriosen, spannenden und manchmal auch dunklen Seiten seines Lebens: von Funkstraßen für Flugzeuge über Geisterstimmen aus dem Äther bis hin zu Patentkämpfen mit Nikola Tesla. Und wir fragen uns: Was verrät uns Marconi über Innovation – und darüber, wie Ideen wirklich die Welt verändern?

Aus dem Inhalt

Einleitung: Ruf den Marconi

„Ruf den Marconi!“ – so hieß es Anfang des 20. Jahrhunderts, wenn der Funker gebraucht wurde. Sein Name wurde zum Synonym für ein völlig neues Medium. Doch hinter Marconi steckt mehr als die Geschichte des Vaters der drahtlosen Kommunikation. In dieser Episode nehmen wir euch mit zu kuriosen Momenten, spannenden Erfindungen und auch dunklen Kapiteln seines Lebens.

Kindheit und die ersten Versuche

Marconi war kein typischer Wissenschaftler. Ohne Hochschulabschluss, aber mit viel Neugier, tüftelte er schon als junger Mann in der Familienvilla mit einem Knallfunksender. Wie konnte jemand ohne formale Ausbildung eine Technik entwickeln, die unser Leben bis heute prägt?

Von ersten Erfolgen zu großen Distanzen

Seine Experimente wuchsen schnell: Von den ersten Metern in Bologna bis zu Übertragungen über den Bristol-Kanal und schließlich den Ärmelkanal. Wir sprechen darüber, wie skeptisch die Zeitgenossen damals waren – und warum ausgerechnet ein Post Office ihm den entscheidenden Schub gab.

Der große Durchbruch: Atlantik und Nobelpreis

Als Marconi die ersten transatlantischen Signale übermittelte, war das Staunen groß. Roosevelt und Edward VII. nutzten seine Technik für eine Grußbotschaft, und 1909 folgte der Nobelpreis. Doch wie kam es, dass er ihn nicht alleine bekam, sondern sich die Ehre mit Ferdinand Braun teilen musste?

Streit mit Tesla und die Macht der Patente

Patente spielten eine zentrale Rolle in Marconis Karriere – und führten ihn in erbitterte Auseinandersetzungen mit Nikola Tesla. Wer hatte die Nase vorn? Und was sagt uns dieser Streit über die Bedingungen von Innovation und Fortschritt?

Persönlichkeit und Arbeitsweise

War Marconi ein genialer Forscher oder doch eher ein sturer Bastler? Wir zeichnen das Bild eines introvertierten, ehrgeizigen Mannes, der weniger im Rampenlicht stand, dafür umso geschickter im Hintergrund Netzwerke spannte – zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Mehr als Funktelegramme

Nach dem Nobelpreis war Marconi längst nicht am Ende. Kurzwellentechnik, Richtstrahlverfahren und sogar die Funknavigation für Schiffe und Flugzeuge stammen aus seiner Hand. Wie gelang es, dass Flugzeuge plötzlich „blind“ durch Nebel fliegen konnten?

Titanic, Lusitania und Geisterstimmen

Natürlich sprechen wir auch über die Titanic: Welche Rolle spielte Marconis Technik an Bord? Und warum rettete ihn ausgerechnet seine Arbeit vor der Katastrophe? Dazu werfen wir einen Blick auf bizarre Geschichten von „Stimmen aus dem Jenseits“, die aus Störgeräuschen entstanden.

Die dunkle Seite: Marconi und der Faschismus

Marconis Karriere hatte auch Schattenseiten. Früh trat er Mussolinis Partei bei, profitierte von Titeln und Ämtern und ließ sich als Aushängeschild des Regimes feiern. War er nur Mitläufer – oder doch mehr?

Was wir über Innovation lernen können

Marconis Weg zeigt uns, dass Innovation selten geradlinig verläuft. Trial-and-Error, systemisches Denken und die Fähigkeit, Theorie in praktische Anwendungen zu überführen, machten ihn erfolgreich. Wir fragen uns: Was können wir heute von ihm lernen, wenn wir neue Ideen umsetzen wollen?

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DT722: Ankereffekt

Warum wir immer wieder auf die erste Idee hereinfallen

Innovationsprozesse sollen offen sein. Frei denken, groß träumen – das ist das Ziel. Doch in der Realität erleben wir oft das Gegenteil: Die erste Idee, die im Raum steht, bestimmt den Denkrahmen. Der erste Vorschlag wirkt wie ein Magnet.
In dieser Folge geht es um einen psychologischen Effekt, der unterschätzt wird – aber alles verändert: den Ankereffekt. Wir zeigen, wie dieser Denkrahmen entsteht, wie man ihn erkennt und wie man ihn aufbricht, um wirklich neu zu denken.

Aus dem Inhalt

Einleitung: Warum die erste Idee so oft hängenbleibt

Wir starten mit einer Beobachtung aus einem unserer Workshops: Teilnehmende berichten, dass sie zum ersten Mal richtig frei denken konnten – losgelöst von den typischen Blockaden. Wir erklären, dass warum die erste Idee im Raum oft wie ein Magnet wirkt und weshalb es uns so schwerfällt, diesen Denkrahmen wieder zu verlassen.

Was der Ankereffekt wirklich ist

Der Ankereffekt stammt aus der Kognitionspsychologie: Die erste Information, Zahl oder Aussage bestimmt unbewusst unseren Bezugsrahmen. Wir erzählen, wie sich das in Alltagssituationen zeigt – vom Gurkenglas am Jahrmarkt bis zu Quizshows – und warum wir immer wieder in diese Denkschleife geraten.

Der Ankereffekt in Innovationsprozessen

In Innovationsprozessen wirkt dieser Effekt besonders stark: Die erste Problemdefinition oder die erste Idee im Brainstorming setzt sich schnell fest. Doch was bedeutet das für die Vielfalt an Ideen? Und wie können wir verhindern, dass eine spontane Eingebung zur unsichtbaren Norm wird?

Typische Anker in Workshops

„Unsere Kunden wollen doch sowieso…“, „Das hat bei XY auch funktioniert“ oder „Lasst uns eine App machen“ – wir sprechen über typische Aussagen, die sofort ein Denkmuster verankern. Auch PowerPoints oder Skizzen am Anfang können zum Problem werden. Hast du das schon in deinen Workshops erlebt?

Warum wir so schwer vom Anker loskommen

Orientierung gibt Sicherheit. Und doch führt genau das oft in eine Fixierung. Wir diskutieren, warum Teams so gerne am ersten Vorschlag hängenbleiben: von psychologischer Bequemlichkeit bis zu Hierarchien, die Meinungen dominieren. Wie viel Mut braucht es, um bewusst dagegenzuhalten?

Methoden, um Anker zu brechen

Reframing, Brainwriting, „Was-wäre-wenn“-Fragen – wir teilen Methoden, die helfen, Anker sichtbar zu machen und Perspektiven neu zu öffnen. Welche Frage würde ein Kind stellen? Was wäre, wenn das Problem nur mit minimalem Budget gelöst werden dürfte? Solche gedanklichen Experimente bringen frischen Wind.

Was das mit Design Thinking zu tun hat

Design Thinking lebt vom Wechsel zwischen divergenten und konvergenten Phasen. Doch auch hier setzen sich schnell Anker fest – sei es in der Zielbeschreibung oder durch frühe Visualisierungen. Wir zeigen, warum gute Moderation entscheidend ist, um Vielfalt zu bewahren und Anker nicht zur Falle werden zu lassen.

Abschluss & Reflexionsfrage

Am Ende geben wir dir eine Frage mit auf den Weg: Wann hast du zuletzt erlebt, dass eine erste Idee zu früh alles bestimmt hat? Und was hätte geholfen, andere Perspektiven offenzuhalten? Vielleicht erkennst du beim Reflektieren schon die Anker, die dich bisher unbemerkt festgehalten haben.

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DT721: Serendipität: Ist Innovation doch nur Zufall?

Es war einmal ein weiser König, der herrschte über eine ferne Insel namens Serendip…

In dieser Episode erzählen wir euch eine Geschichte über Begegnungen am Rande, die alles verändern. Ein zufälliges Gespräch in der Kaffeepause. Eine Beobachtung, die gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Plötzlich entsteht daraus eine Idee, die alles ins Rollen bringt. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: Serendipität. Und heute schauen wir uns an, wie wir in Innovationsprozessen den Zufall ein bisschen herausfordern können – ohne ihn zu erzwingen.

Aus dem Inhalt

Die drei Prinzen von Serendip – ein Märchen mit Innovationskern

Was hat ein alter König aus Sri Lanka mit modernen Innovationsprozessen zu tun? Wir erzählen die Geschichte von drei Prinzen, die auf Reisen erstaunliche Dinge entdecken, ohne sie je gesucht zu haben – und damit den Ursprung des Begriffs „Serendipität“ legen.

Vom Märchen zum Mindset

Wie wurde aus einer orientalischen Erzählung ein Schlüsselbegriff für kreative Entdeckungen? Wir nehmen euch mit zu Horace Walpole im 18. Jahrhundert und sprechen darüber, warum diese Haltung heute noch wertvoller denn je ist.

Psychologie der Serendipität

Warum bemerken wir manche Dinge – und andere nicht? Wir sprechen über selektive Wahrnehmung, Neugier und den „prepared mind“. Was braucht es, um den Wert im Unerwarteten zu erkennen?

Zufall bewusst einladen

Innovation ist kein Zufall – und doch spielt der Zufall eine große Rolle. Wir zeigen, wie wir im Design Thinking ganz bewusst Räume schaffen, in denen das Unerwartete passieren kann – vom offenen Interview bis hin zu überraschenden Prototyping-Momenten.

Räume und Situationen für Serendipität schaffen

Ob Dachterrasse, Kaffeepause oder interdisziplinäres Team – wir diskutieren, wie Begegnungen abseits des Plans oft die wertvollsten Impulse liefern. Und wie kann man das online überhaupt nachbilden?

Beispiele aus der Praxis

Was haben Post-its, Penicillin und Cornflakes gemeinsam? Wir sprechen über berühmte Entdeckungen, die aus Fehlern oder Zufällen entstanden sind – und warum diese Geschichten mehr mit unserem Arbeitsalltag zu tun haben, als man denkt.

Die „Serendipität-Safari“

Eine spielerische Methode, um Zufälle gezielt zu fördern: Wir erklären, wie Teams durch das Sammeln und Clustern unerwarteter Beobachtungen frische Perspektiven gewinnen – und warum das auch eingefahrene Routinen aufbricht.

Reflexionsfrage für dich

Wann hast du zuletzt etwas Wertvolles gefunden, das du gar nicht gesucht hast? Wir laden dich ein, mit diesem Blick durch die Woche zu gehen – und zu sehen, wohin dich der Zufall führt.

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DT720: Die stillen Elefanten im Raum

Themen, über die man nicht spricht

Es gibt Themen, über die spricht man nicht. Nicht in Teams, nicht in Meetings – manchmal nicht einmal mit sich selbst. Und doch sind sie da: wie stille Elefanten im Raum. Sie beeinflussen Entscheidungen, lähmen Prozesse und verhindern Vertrauen.
In dieser Episode sprechen wir darüber, warum das Unsagbare so viel Macht hat – und wie man trotzdem einen Raum schafft, in dem sich Menschen sicher fühlen, das zu sagen, was wirklich zählt. Ohne Druck. Ohne Zwang. Aber mit Wirkung.

Aus dem Inhalt

Die Elefanten-Metapher: Unsichtbar, aber präsent

In dieser Folge nehmen wir euch mit – von den Savannen Südafrikas in den Meetingraum. Was haben Elefanten mit Teammeetings, Workshops und Innovationsprozessen zu tun? Mehr, als man denkt. Wir sprechen darüber, warum manche Themen zwar nicht angesprochen, aber dennoch von allen gespürt werden – und weshalb genau diese „stillen Elefanten“ unsere Arbeit und Zusammenarbeit so stark beeinflussen.

Ungesagte Wahrheiten: Warum Schweigen lauter ist als Worte

Kennt ihr das Gefühl, dass etwas im Raum steht – aber keiner spricht es aus? Wir reflektieren, warum es oft leichter ist zu schweigen als zu reden, warum Machtverhältnisse, Loyalität oder Harmoniestreben dabei eine große Rolle spielen und was passiert, wenn alle kollektiv wegschauen. Und wir fragen uns: Was wäre, wenn jemand den Mut hätte, den Elefanten anzusprechen?

Psychologische Dynamiken und organisationaler Stillstand

Verdrängen kostet Energie. Und genau diese Energie fehlt dann dort, wo echte Lösungen entstehen sollen. In diesem Abschnitt zeigen wir, wie aus unausgesprochenen Spannungen lähmende Muster entstehen – und warum Teams manchmal auf der Stelle treten, obwohl scheinbar alles getan wird. Was macht das mit einem Teamklima, wenn der Elefant immer wieder ignoriert wird?

Räume für das Unsagbare schaffen

Offenheit entsteht nicht durch Zufall. Wir zeigen, wie psychologische Sicherheit in Teams gefördert werden kann – und warum externe Moderation eine so wichtige Rolle spielt. Was braucht es, damit jemand den Mut fasst, das zu sagen, was eigentlich längst alle wissen? Und was können wir selbst dazu beitragen, dass solche Räume entstehen?

Methoden, um stille Elefanten sichtbar zu machen

Vom „Blamestorming“ bis zur anonymen Abfrage – wir teilen konkrete Workshop-Methoden, die helfen, das Unsagbare sichtbar zu machen. Welche Fragen eröffnen neue Perspektiven, ohne Druck auszuüben? Wie gelingt es, dass Teams ehrlich werden, ohne verletzend zu sein? Hier erfährst du, wie kleine Impulse große Wirkung haben können.

Sprache ohne Schuld: Neue Wege der Kommunikation

„Ich frage mich, ob…“ – manchmal genügt eine andere Formulierung, um Gespräche zu verändern. Wir zeigen, wie die Wahl der Worte darüber entscheidet, ob jemand gehört wird – oder in Abwehrhaltung geht. Was macht gute Kommunikation aus, wenn es um heikle Themen geht? Und wie schaffen wir es, zuzuhören, ohne gleich zu reagieren?

Reflexionsimpuls zum Schluss

Vielleicht kennt ihr selbst so einen Elefanten – im Team, im Projekt oder in eurer Organisation. Was würde passieren, wenn ihr ihm einen Namen gebt?

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DT719: Barcamps und Design Thinking

Unkonferenzen, Co-Creation und warum Unternehmen mehr Mut zum Unfertigen brauchen

Was passiert, wenn wir Design Thinking nicht nur auf Produkte anwenden – sondern auf das Denken selbst? Auf unsere Meetings, Konferenzen und Workshop-Formate? Genau das ist passiert, als Barcamps erfunden wurden. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Barcamps weit mehr sind als moderne Konferenzen. Sie sind eine passende Ergänzung zu dem Innovationsmindset – und genau deshalb brauchen wir sie dringend auch in Unternehmen.

Aus dem Inhalt

Einleitung

Manchmal entstehen die besten Themen ganz spontan. Genau so war es bei dieser Episode: Eigentlich hatten wir andere Ideen in der Pipeline, aber dann haben wir uns gefragt – was passiert, wenn man Design Thinking nicht nur auf Produkte, sondern auf Formate wie Meetings oder Konferenzen anwendet? Und schon waren wir mitten im Thema Barcamps.

Was ist ein Barcamp?

Klassische Konferenzen sind durchgeplant bis ins Detail – vom Programm bis zu den Vorträgen. Aber wie wäre es, wenn die Teilnehmenden selbst bestimmen, welche Themen wirklich wichtig sind? Bei Barcamps passiert genau das: Die Agenda entsteht im Moment, Sessions entstehen durch die Teilnehmenden, nicht durch ein Programm-Komittee und eingeladenen Vortragenden. Klingt chaotisch? Funktioniert aber erstaunlich gut.

Gemeinsamkeiten mit Design Thinking

Design Thinking lebt von Offenheit, Co-Creation und der Freiheit, auch mal Unfertiges zuzulassen. Genau das macht auch den Reiz von Barcamps aus. Dort entsteht psychologische Sicherheit, weil niemand als „Experte“ vorne steht, sondern alle gemeinsam lernen und diskutieren. Was passiert, wenn man diese beiden Welten zusammenbringt?

Beispiele und Erfahrungen

In unseren eigenen Barcamps haben wir schon alles erlebt – von hitzigen Diskussionen bis hin zu spielerischen Sessions voller Icebreaker oder sogar PowerPoint-Karaoke. Manchmal reicht es auch, einfach nur eine Frage in den Raum zu stellen und zu sehen, was daraus entsteht. Diese Vielfalt macht Barcamps so besonders.

Barcamps im Unternehmenskontext

Stell dir vor, Mitarbeitende könnten offen über unfertige Ideen sprechen, ohne Angst vor Kritik. Genau das schaffen Barcamps – und damit können sie eine Unternehmenskultur nachhaltig verändern. Doch Vorsicht: Wenn man bestehende Probleme einfach ins Barcamp überträgt oder auf Freiwilligkeit verzichtet, kann das schnell schiefgehen. Wie schafft man den richtigen Rahmen?

Praktische Tipps

Ab wann lohnt sich ein Barcamp? Wir sprechen darüber, ab wieviel Teilnehmenden das Format besonders wirkungsvoll wird – und warum ein klarer Rahmen, gute Moderation und vor allem psychologische Sicherheit entscheidend sind. Denn nur so entsteht ein Raum, in dem Menschen wirklich ihre Ideen teilen.

Ausblick & Einladung

Wer Lust bekommen hat, ein Barcamp live zu erleben, sollte sich den 12. September 2025 vormerken: Da findet unser BA-Camp in Wien statt – ein Tag voller Austausch und Überraschungen. Mehr dazu erzählen wir in dieser Folge – und wir werfen auch einen Blick zurück auf unsere erste Barcamp-Episode von 2016.

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